AMÖ-Tagung

Für das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz organisierte der Verein Männerwelten 2013 eine erfolgreiche AMÖ-Fachtagung

AMÖ-Tagung Oktober 2013

Männerarbeit ist so vielgestaltig wie Männer selber sind. So arbeiten seit mehr als 25 Jahren Männerberatungsstellen unter den unterschiedlichsten Trägern und mit den kreativsten methodischen Ansätzen.

Unter dem Titel: Gewalt: Ansätze, Settings und Haltungen in der Männerberatung trafen sich mehr als 30 Männerberater aus ganz Österreich von 10. bis 11. Oktober zu einer Open Space – Konferenz im Seminarzentrum Königgut in Wals bei Salzburg.

Folgende Themen wurden dabei vertieft:

  • Macht und Ohnmacht in der Gewaltberatung
  • Täterarbeit als Beitrag zum Opferschutz
  • Selbstverständnis von Gewalt
  • Gewaltberatung und Opferberatung = schizophren
  • Einzelberatung versus Gruppenberatung
  • Freiwillige Gewaltberatung – Best practice
  • Kooperation vs. Meldepflicht lt. Kinder- und Jugendhilfegesetz
  • Antigewalttraining im Gefängnis
  • Antifeminismus und Gewaltlegitimation
  • Schulen und Methoden in der Gewaltberatung
  • Motivation zur Täterarbeit
  • Gewaltberatung bei bedingtem Kontaktrecht
  • Gewaltberatung und Erziehungsberatung
  • Jugendarbeit und Gewaltprävention
  • Gewaltberatung im Interkulturellen Kontext
  • Evaluation von Gewaltarbeit
  • Gewaltarbeit und Öffentlichkeit

Zum letzten WS konnten wir LRin Martina Berthold in die Diskussion mit einbinden. Dabei gab es weitgehenden Konsens über folgende Punkte:

  • Aus Beratungskontext heraus ist Öffentlichkeitsarbeit schwierig (Ressourcen, Kompetenz)
  • Jeder Vorfall ist Öffentlichkeitsarbeit – 20 Wegweisungen pro Tag in Österreich
  • Vernetzte Arbeit der Institutionen ist erforderlich (nicht parallel- oder gegeneinander)
  • Basisabsicherung der Gewaltarbeit wäre erforderlich – eigene Kostenbeiträge der Klienten können Einrichtung nicht finanzieren
  • Gewaltarbeit als gemeinsames Anliegen von Männern und Frauen sehen
  • Positives Väter- und Männerbild einer wirksamen Lebensgestaltung in Öffentlichkeit transportieren – Pathologisierung und Kriminalisierung sind nicht hilfreich
  • Regionale Netzwerke sind überschaubar und für Krisenfall notwendig (Bezirksebene)

Wir danken dem Lionsclub Wals – Siezenheim für die Unterstützung von € 3000.- und dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Abteilung V/5, die damit diesen fachlichen Austausch auf hohem Niveau ermöglichten.